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Des
Lebens auf und nieder
erwischt uns immer wieder.
Voll Hoffnung geht man in den Tag,
was er wohl einem bringen mag?
Du musst zum
Arzt und dieser spricht:
„Das Blutbild, es gefällt mir nicht.“
Die Worte sind nicht ausgewogen,
die Leukos sichtlich überzogen.
Das sonstige
Befinden matt,
ich brauch der Spezialistin Rat.
So kommt man bang, klein und ganz alleine
zur Praxis von Frau Doktor Heine.
Doch schon
beim Eingang wird dir klar,
dass das die beste Lösung war.
Die Farbenpracht, der gute Umgangston,
das ist die halbe Heilung schon.
Und durch der
Chefin sachgeprägte, liebe Art,
bleibt weit’re Angst und manchem eine Chemo auch erspart.
Hast du dann Glück und schlagen alle Pillen an,
bist du bald wieder ein gesunder Mann.
Nun heißt es
warten, beten, hoffen,
denn noch ist wirklich alles offen.
Nun heißt’s zu deinen Göttern flehen,
dass gnädig sie hernieder sehen.
Um dann, mit ihren himmlischen Gewalten,
die Krankheit von dir fern zu halten.
Von Max-Paul
Grubmüller
im
Dezember 2003
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Es tropft für unsere Genesung
Brauns isotone Kochsalzlösung.
In vorgeschriebener Fördermenge
Per Plastikschlauch begrenzter Länge
Und rinnt vom Hirne bis zum Darm,
durchs Venenloch, im Unterarm.
Der Tropfpatient prüft in der Regel,
voll Hoffnung seinen Flaschenpegel:
Ob da schon sich die Ebbe zeigt
und sich der Tropf zum Ende neigt?
Er schaut und liest, doch ach, was sieht er?
Noch neun mal hundert Milliliter!
Und die Erkenntnis bleibt ihm nur:
Geduld ist Krankenhauskultur.
Doch während er das überlegt,
hat der Patient die Hand bewegt,
so dass der Schlauch sich knickt und klemmt
und das Getropfe gänzlich hemmt.
Der Apparat, der dies verspürt,
hat laut durch Piepen reagiert,
bis der Patient zutiefst erschreckt,
den Schaden schließlich selbst entdeckt.
Schon ist die Störung abgestellt,
weil er die Hand jetzt richtig hält.
Da hängt er nun bis Samstag früh,
am Tropf der Chemotherapie.
Und abgestöpselt tritt er dann,
den Heimweg in die Freiheit an.
Von Jörg Müller