Was ist Leukämie?

 Leukämie ist eine Entartung der weißen Blutzellen (Leukozyten) im Knochenmark und Blut. 

Die weißen Blutzellen wuchern zum größten Teil zu schnell und unkontrolliert und werden zu früh in das Blut entlassen. Dadurch haben sie noch nicht die erforderliche Reife erreicht und können ihre zugedachte Funktion - nämlich die Infektionsabwehr - nicht übernehmen. Es sind zu viele unreife und funktionsunfähige Zellen im Blut, die die gesunden Zellen am normalen Wachstum hindern. Diese entarteten Zellen nennt man Blasten oder auch einfach Leukämiezellen.

Diese Wucherung bzw. Entartung der Leukozyten zu Leukämiezellen, führt zur Verdrängung der anderen, gesunden Blutbestandteile sowohl im Knochenmark als auch im Blut.

In Kurzform: Es gibt zu viele Blasten/Leukämiezellen und zuwenig gesunde Blutbestandteile.

Die Entstehungsursache der Leukämie ist bis zum jetzigen Zeitpunkt – bis auf einige wenige Ausnahmen – nicht bekannt. Teilursachen können radioaktive Strahlen, chemische Stoffe (Benzol) oder auch bestimmte Medikamente sein.

Eine direkte, erblich bedingte Weitergabe der Leukämie ist nicht nachweisbar. Die Bereitschaft zur Erkrankung an Leukämie ist jedoch bei erblich belasteten Menschen (d.h. wenn bereits mehrmals bösartige Erkrankungen aufgetreten sind) höher.

Man unterscheidet bei Leukämie in erster Linie die akute und die chronische Leukämie. Wie der Name schon sagt, ist es meistens so, dass die akute Leukämie schnell und heftig, die chronische dagegen langsam und schleichend verläuft.

Die AML (akute myeloische Leukämie) ist die am häufigsten auftretende Form der Leukämie im Erwachsenenalter.

Die ALL (akute lymphatische Leukämie) ist eine Leukämieform, die meistens bei Kindern zwischen dem 2. und 5. Lebensjahr, seltener bei Erwachsenen auftritt.

Die CML (chronisch myeloische Leukämie) tritt bei Erwachsenen bis hin zum 60. Lebensjahr auf, wobei die Leukozyten teilweise noch ihre übliche Funktionsfähigkeit besitzen.

Die CLL (chronisch lymphatische Leukämie) tritt häufig bei Personen über dem 50. Lebensjahr auf.

 

Eine mögliche Behandlungsmethode ist die Stammzelltransplantation:

Unter einer Transplantation versteht man im allgemeinen das Austauschen bzw. das Ersetzen eines erkrankten Organs durch ein gesundes Organ. Das Knochenmark ist ebenfalls ein Organ und muss bei einer Transplantation entweder in behandelter Form selbst oder aber von einem „Fremden“ zur Verfügung gestellt werden.

Über eine Transplantation entscheidet individuell der behandelnde Arzt. Prinzipiell kommt sie für alle Patienten mit AML, CML und für einige ALL in Frage.

Fast alle Patientinnen und Patienten leiden während und nach einer Krebserkrankung unter Fatigue (Erschöpfung, Müdigkeit u. Antriebslosigkeit).

Weitere Informationen: „Die blauen Ratgeber“ von der Deutschen Krebshilfe

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